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Deutschland-Erkundigungen
Bei allen Unternehmungen, die man so veranstalten kann (Weltreisen oder anders wohin ;-), lohnt es sich auch, ab und an die schönen deutschen Landen "abzuarbeiten". Ob dann später vielleicht als Pensionär noch Gelegenheit, Gesundheit und Geld vorhanden sind, ist ja durchaus nicht sicher.- Kopf im Atomreaktor!
Ja, auch das ist heute möglich! Und: Es tut auch nicht weh!
Durch eine unerwartete spontane Möglichkeit habe ich Ende August eine Führung durch den fertig gestellten, aber nicht in Betrieb gegangenen Reaktor 6 den KKW Lubmin mit machen dürfen. Sie war sogar kostenlos! Das Sahnehäubchen war also in der Tat die Möglichkeit in einen ca. 1m kurzen Gang zu kriechen und bei herausgenommenem Reglerstabmodul direkt auf die Stelle zu schauen wo dann später die Uranbrennstäbe drin gesessen (oder gestanden?) hätten.
- Am Tag der ersten Offenen Tür im neuen Bundeskanzleramt (1.9.2001) war es schon beeindruckend zu sehen wie unsere Steuergelder in Architektur umgesetzt wurden. Wer den alten Bungalow in Bonn mal gesehen hat, wird bestätigen, daß er allein in den Eingangsbereich hier paßt. Der weiträumige Kanzlergarten mit seinen mobilen "Biertheken" ist im Sommer sicher recht angenehm für die Auserwählten
- Berlin mit dem Fahrrad zu erkunden, hat mir am meisten Spaß gemacht! Wer es nicht glaubt, sollte es mal selbst versuchen. Um seinen Gesundheitszustand zu testen, empfehle ich dringend den Besuch des Gruselbunkers am Anhalter Bahnhof.
- Berliner U-Bahn-Cabriofahrt im offenen Waggon zur Besichtigung einer Strecke von ca. 25 km in 2h. Start/Ende: Alexanderplatz Beginn: 01 Uhr von Freitag auf Sonnabend Nacht. (U5 => Osloer Str. => U9 => Nauener Platz => U6 => Seestr. => U7 => Hermannplatz => U8 => Schönleinstr. => Alexanderplatz). Das ist echt was für Liebhaber! Anfragen per Mail.
- Die Berliner Unterwelt ist groß und hier kann man hautnah dabei sein! Das ist was für historisch Interessierte und Neugierige!
- Besuch des ehemaligen Standortes der Westgruppe der Sowjetarmee in Wünsdorf (südlich Berlin). Dort gibt es z.Z. eine 1,5h Führung durch Maybach 1 und Zeppelin Bunker und eine 1h Busrundfahrt durch das riesige Areal.
Für Liebhaber gibts auch eine ca. 5h "Gummistiefeltour" durch bisher noch nicht freigebene Teile.
Neben der neuen Bücherstadt gibt es auch ein interessantes Motoradmuseum.
- Wenn man seinen Job liebt, so wie ich (meistens), dann macht er ja auch Spaß. Bei strahlendem Sonnenschein auf einer Rückfahrt fiel mir schlagartig eines der potentiellen Ziele ein, die auf meiner Favoritenliste stehen. Also Abstecher über die B500 Schwarzwald-Höhenstraße, die ich noch nie gefahren bin und dann weiter bis zur Hornisgrinde. Das ist kein Weib, sondern ein hoher Berg 1200m auf dem - natürlich - ein TV/UKW/DAB Sender steht. Die eigentliche Bergkuppe war noch vor wenigen Jahren von den Franzosen besetzt, weil sie ja auch Horchposten war. Sind die Burschen also noch später als seinerzeit die Russen 1994 vom Brocken abgezogen. Das erfuhr ich zufällig im Gespräch mit einem Wanderer, der auch auf dem kleinen Aussichtsturm gestiegen war. Ein großer vorhandener Aussichtsturm wird gerade restauriert. Wenn er fertig ist, wird das Vergnügen, von dort die Alpen zu sehen, noch schöner.
Andere Berge sind schon "abgearbeitet": Hoher Meißner, Heidelstein, Wasserkuppe (Hessen), Kreuzberg (Bayerische Rhön), Ochsenkopf (Franken), Wurmberg (Harz) damals noch mit dem amerikanischen Lauschturm.
- Einen Urwald mitten in Deutschland zu erleben, konnte ich mir nicht richtig vorstellen. Um so neugieriger war ich, dieses Refugium zu erkunden. Auf zwei Rundwanderungen (je ca. 12 km) war es als ob man ein bißchen die Ewigkeit spürt. Auf schmalem Pfad gelangt man durch naturbelassenen Buchen-Plenter-Wald. Das bedeutet, daß dort alle Altersstufen gleichzeitig vorkommen, also nicht Kahlschlag, Neuanpflanzung usw. Kein Laut aus der Zivilisation dringt ans Ohr und ich hab keine anderen Wanderer getroffen. Frühere Wege wurden rückgebaut und Freiflächen (ehemalige Truppenübungsplätze) besiedeln auf natürliche Weise wieder mit Mischwald.
Auf dem Rückweg in der Abenddämmerung sah ich plötzlich in einigem Abstand 4 Frischlinge auf dem Weg durch den dichten Wald. Um meinen Urlaub nicht als zweiter Sieger zu beenden, hab ich es vorgezogen, umzukehren und eine andere Route zu gehen. Ich wollte nicht testen wie es ist, wenn eine Bache zum Schwein wird...
Hainich und Unstrut-Hainich-Kreis
Da diese Gegend erst 1997 zum Nationalpark erklärt wurde und früher touristisch unbedeutend war, ist sie (noch) ein Geheimtip für Naturliebhaber!
- Damit die ehemalige Deutsch-deutsche Grenze nicht in Vergessenheit gerät, gibt es u.a. den Point Alpha und den neu gestalteten Aussichtsturm Heldrastein. Ein Besuch an beiden Orten war für mich sehr interessant..
- Der "Stein" im Wörlitzer Park ist wiedereröffnet. Das ist ein echtes Sahnehäubchen in dieser wunderschönen Parklandschaft. Eine Besichtigung mit Führung durch die Villa Hamilton und über den "Vesuv" hab ich jetzt erlebt! (Juni 2006). Das Gartenreich Dessau - Wörlitz ist am besten mit dem Fahrrad zu durchmessen. Die Einkehr im Forsthaus Leiner Berg und Landhaus Dessau ist jetzt wieder so schön wie vor 100 Jahren! Zu der Zeit als ich in Dessau lebte (1977-1991) fristeten beide ein trauriges Dasein!
- Nationalpark Bayerischer Wald: Wenn man mit der Erwartung eines "gesunden" Nationalparkwaldes dort wandert, ist man auf den ersten Blick geschockt! Um beide Berge Rachel und Lusen erstreckt sich quadratkilometerweise eine Baumwüste mit abgestorbenen Bergfichten. Das sieht aus wie nach dem Atomschlag!
Und dann aber lernt man begreifen, daß das nicht der Weltuntergang ist, sondern eine erstaunliche und neue Chance für den Wald, sich zu erneuern! Bei genauem Hinsehen und in speziell angelegten Rundwegen (z.B. Seelensteig) zeigt sich die große Kraft der Natur: Es wachsen jede Menge neue Bäume zwischen den großen, noch stehenden Leichen. Es bildet sich von selbst ein gesunder Mischwald heraus und alle menschlichen Einflüsse läßt man sein, erstaunlich!
Wenn ich in 100 Jahren mal wieder dort vorbeikommen sollte, ist von den ganzen Aufgeregtheiten der Menschen bzgl. Borkenkäfer nichts mehr zu spüren. Die Ursachen liegen laut den Experten und Schautafeln nur zum kleinen Teil am sauren Regen von früher. Vielmehr gab es solches Waldsterben auch schon viel früher durch Überalterung, trockene Winter und heiße Sommer.
Urwald
- Besuch 2006 im einzigen orginal erhaltenen und ausgestatten Atomschutzbunker der Führung der Warschauer Vertragsstaaten auf dem Gebiet der Ex DDR. Der Knaller bei diesem Objekt, das das wichtigste im Ernstfall gewesen wäre, ist ja die Tatsache, daß die Jungs mit den großen Ohren auf der anderen Seite es als nicht angriffswürdig eingestuft hatten... Ja, so erfährt man es beim Rundgang. War wohl doch recht gut getarnt! Also, das muß man gesehen haben.
atombunker-harnekop

